Bitte um eure fachkundige Einschätzung

Auch wenn ich in 3 Wochen nicht an der Wahlurne stehen werde und mir daher das Thema auch herzlich egal sein könnte, komme ich nicht so ganz klar auf das derzeitige politische Geschehen, gerade auch nach den Landtagswahlen.

Nehmt euch bitte in den nächsten Tagen 10 Minuten Zeit, um diesen Text zu lesen. Mich würde sehr interessieren, was ihr als Politik-Interessierte, Bundestag-Insider und bald kompletter Politologe dazu meint…

Kann ein Niedergang einer Volkspartei strategisch geplant und durchgeführt worden sein?
Indizien gibt es ja, wie man auch hier liest.

4 Antworten to “Bitte um eure fachkundige Einschätzung”

  1. diedickedrei Says:

    Hab’s ausgedruckt und werde die Verschwörungstheorien auf dem Weg nach Frankfurt lesen.

  2. philippkowsky Says:

    Der Artikel ist sehr interessant, aber aus meiner Perspektive, die leider nicht mehr so nah dran ist (kriege den Politikteil der Zeitung nicht mehr jeden Tag gelesen), erscheint mir das ein wenig übertrieben.

    Der Hauptgrund liegt darin, dass ein Parteivorstand vom Parteitag gewählt wird. Und anders als beispielsweise auf Hauptversammlungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen (wo ein Aktionär, analog seinem Besitz, mehrere Stimmen ausüben kann) stimmen mehrere Hundert Abgeordnete mit einer gleich viel zählenden Stimme ab. Wenn also gemauschelt würde, dann müsste das in großem Stile geschehen, um genug Stimmen zu kaufen und das ist in unserem Internetzeitalter der Informationsverbreitung auszuschließen.

    Wenn das Parteiprogramm und der Kurs der Führung der Mehrheit der Delegierten nicht passt, kommt was anderes und es gab offenbar keine Mehrheiten für andere Ansätze.

    Zu den vorgeschlagenen Lösungen meine persönliche Meinung: mir erscheinen die Pläne voll von Sozialromantik und nur schwer realisierbar (weil nicht finanzierbar). Die Generation unserer Eltern hat das Buffet leer gefuttert und daher führt scheinbar kein Weg an der Rente mit 67 etc. vorbei – immerhin wissen wir das jetzt schon und sind noch keine 55. Ich weiß, ist ziemlich schwarz/ weiß, aber es ist schon spät…

  3. diedickedrei Says:

    So, habe den Artikel jetzt auch mal gelesen. Ich halte das auch für Phantastereien. Aber in einem Punkt hat er Recht: Die SPD hat sich im Grunde vor der Wahl als Alternative disqualifiziert, indem sie ein Bündnis mit den Linken ausgeschlossen hat (was meiner Meinung nach grundsätzlich richtig ist). Ihr musste aber auch klar sein, dass es weder für eine Alleinherrschaft noch für Rot-Grün reichen würde. Bliebe noch die Fortführung der Großen Koalition, was die Menschen aber nicht mehr wollen. Dann zu sagen „Wir brauchen eine Alternative zu Schwarz-Gelb“ ist unlogisch. Man kann die SPD dann im Grunde nur wählen, um eine starke Opposition zu schaffen.
    Die Antwort auf die Frage, warum das so gemacht wurde, ist aber meiner Meinung nach nicht, weil sie fremdgesteuert sind, sondern weil in der Partei (genauso wie in allen anderen Parteien) zu viele Realitätsfremde rumlaufen.

  4. ich bin etwas spät – sorry. aber mir fällt ehrlich gesagt, nur wenig ein zu diesem text. es fällt mir schwer, das alberne verschörungstheoretische daran mal wegzudenken aber wenn ich das versuche, dann frag ich mich immer noch wo der autor die letzten jahre eigentlich war. kann der sich vielleicht noch daran erinnern, dass es z.b. während der hartz-gesetzgebung so war, dass alle wussten, dass man systemisch etwas tun muss? und das cdu/fdp damals immer verlautbart haben, die gesetze gingen nicht weit genug? klar, in die vergangenheit zu philosophieren ist immer leicht, wenn man den zeitgeist der vergangenheit ignoriert.

    wenn es ein offener angriff auf die spd bzw. rot/grün wäre, dann ist das wahlkampf und ok. aber wenn der autor meint, er tue das, weil er eigentlich spd-wähler sein will, dann ist dieser artikel mehr als dumm.

    einerseits finde ich spannend, je mehr parteien sich im bundestag politisch miteinander auseinandersetzen. andererseits finde ich bedenkenswert, dass wir eine gesellschaftliche entwicklung haben, in der immer die durchsetzung individueller interessen immer stärker legitimiert und anerkannt wird. das passiert glaube ich auch politisch. die beiden volkparteien, die als einzige tatsächlich den anspruch an sich stellen, politische konzepte in einer breite und gesamtheit zu vertreten, die für eine ganze gesellschaft funktionieren, erodieren immer stärker. es profitieren parteien, die ganz offensiv individualinteressen vertreten. ja, demokratie kann auch durch die kombination der durchsetzungsstärksten individualinteressen gestaltet werden. allerdings befürchte ich, das ist nicht die demokratische orientierung, die ich mir wünsche…

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