Fischen in fremden Gewässern

Da sich der eigentlich zuständige Profi-Spieler dieser Elf offenbar gerade Starallüren in Form von Möbel Verheben in HD-Hirschorn, Ray Ben Shopping, Besuch von Reichsäpfeln und Nachtschichten leistet, muss der Amatuer aus der A-Jugend ran:

Das heiß erwartete und hier bereits angekündigte neue Album ‚Watch the Throne‘ von Jay-Z & Käini West ist raus! Persönliches Fazit: Gutes, solides Album mit den von Mr. West gewohnten treibenden Beats & feinem Flow? Ja. Das – teilweise erwartete – Superalbum des Jahrzehnts? Nö. Es fehlen wirklich neue Sachen und absolute Banger-Hymnen, etwa à la ‚Power‘ von ‚My Beautiful Dark Twisted Fantasy‘. Eindeutig bester Track und bekanntlich schon vorher veröffentlicht: ‚Otis‘ mit Otis Redding („irgend so’n Jazz-Sänger, glaub ich“). Gut gefallen haben mir daneben vor allem ‚Murder Excellence‘ (kraftvoll) und ‚New Day‘ (smooth).

Unbestreitbar epic ist allerdings das Video zu ‚Otis‘, was keinesfalls nur an der Transformers-Karre liegt! Man beachte das Nummernschild. Ich werde auf jeden Fall mitbieten.

Mr. Crocket übernehmen Sie!

9 Antworten to “Fischen in fremden Gewässern”

  1. diedickedrei Says:

    Hehe, hatte auch die ganze Zeit drauf gewartet, dass MC Stiiier was dazu postet.
    Deinen Ausführungen stimme ich voll und ganz zu. „Otis“ ist ein saustarker Song, inkl. abgefahrenem Video. Ansonsten überzeugt die Pladde in der Tat nicht völlig. Wer’s sie noch nicht gehört hat, tut dies hier: http://www.itsrap.de/releases/jay-z-kanye-west-watch-the-throne-full-album-stream/#more-20727

  2. stiiier Says:

    Oh. Ah! Eeeh!! Was ist denn hier los?! Dr. Morfeld gibt sich die Ehre! Nice! Und wieso „fremdfischen“? Du bist hier – außer mir – whrsch der Einzige, der sich Kanyes letztes Album „MBDTF“ ausführlich und wiederholt angehört hat! Das qualifiziert für höher e Aufgaben, würde ich sagen!

    Mit „Murder to Ecellence“ und „New Day“ als Top-Tracks hast du dann auch bei mir gleich mal voll ins Schwarze getroffen! Absolute Highlights des Albums. Nur bei „Otis“ bin ich anderer Meinung. Aber langsam. Ich höre dass Teil jetzt seit 4 Tagen rauf und runter, weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Am besten am Anfang:

    1. No Church in the Wild. Ein Intro wie man es sich wünscht. Bzw. wie man es nicht erwartet hätte! Sowas habe ich jedenfalls noch nicht gehört im Rap. Nur an das geniale „Dark Fantasy“- Intro erinnert es ein wenig. Da stimmt echt al-les, finde ich. Drei (!) Samples, Affengeräusche, eine pumpende, aber nicht aufdringliche Bassline und ein Jay-Z, der sofort loslegt, als ginge es um sein Leben. Vllt mein Lieblingssong des Albums. Und das schon beim ersten Track, na toll, werdet ihr sagen, haha.

    2. Lift off. Oder besser: Left off. Ganz bittere Pille. Passt überhaupt nicht zum Album! Und auch uninspiriert produziert, irgendwie. Aber gut, so kaufen wenigstens in den Staaten auch die Ladies ein Rap-Album. Das Outro ist dann wieder fein gemacht, da kommt Kanyes (neu-entdeckte ) Liebe für verschickte Track-Endings raus. Aber gut, soweit kommt man bei dem Gedudel leider gar nicht.

    3. Niggas in Paris. Ist anscheinend tatsächlich dort aufgenommen worden. Und so klingt es auch – ein komplett neuer Sound! Kanye sampled um sein Leben und Jigga spitted so hart wie seit Hard Knock Life nicht mehr. Aber auch Kanye haut – das konnte er schon immer gut – mies einen raus: „Prince Williams aint do it right if you aaask me, If I was him I would`ve Mar(r)ie(d) Kate AND Ashley“.

    Und dann gegen Ende dieses Will Ferrell-Sample aus „Blades of Glory“ – ich kann ja nicht mehr!

    Für mich das neue „Big Pimpin“. Klar, hammerharter Swag-Rap. Aber von den beiden Besten im Game halt.

    4. Otis. Kannte man ja schon. Und ich war nicht sonderlich begeistert. Geiles Sample, lustiges Hin und Her, aber irgendwie anstrengend. Und ja, es erinnert an gute, aber alte „Gold-Digger“ Zeiten. Nur, Kanye ist inzwischen einfach weiter, da erwarte ich mehr. Allerdings, jetzt, im Kontext dieses seeehr experimentellen Albums (ich verstehe üüberhaupt nicht, wie man das Album als „nix Neues“ bezeichnen kann!!), passt der Track auf einmal wunderbar! Und spätestens seit dem geilen Spike Jones-Video (danke dafür Moe, hatte ich noch nicht auf dem Radar!) feier ich auch wieder dazu.

    5. Gotta have it. Schon wieder so ein geil-verspielter Track! Funky, treibend, soulig, sucht euch was aus. Da haben die Neptunes als Co-Produzenten endlich mal wieder was Ordentliches hingelegt! Und das Hin und Her der Raps zwischen Jigga und Ye kommt hier dann auch vollends zur Blüte (anders als bei Otis finde ich). Auf diesem Track merkt man echt, dass sie sich vorgenommen hatten, immer zusammen aufzunehmen. Was bei deren Terminkalender und in Zeiten von Email-Parts nicht selbstverständlich ist. Mein zweit-liebster Track.

    Zwischenbemerkung: Dieses verschickte Grund-Thema am Ende der meisten Songs gefällt mir auch sehr gut. Das gibt dem Album eine Art roten Faden, der ihm guttut. Denn das muss man natürlich sagen: Ein Kollabbo-Album kann NIE ein solches inhaltliches /stilistisches Konzept aufbieten, wie es ein gutes Solo-Album der beiden tun könnte. Dazu sind die beiden in ihrer ganzen Rap-Persönlichkeit doch zu verschieden.

    6. New Day. Hier stimme ich mit dir völlig überein Morfeld, starker Track. Dieses geniale „Ist a new Day/Dawn“-Sample, dieses verschickte –und wieder krass sauber produzierte – Klirren im Hintergrund (RZA!!) und dazu auch mal ein paar introvertierte Lines von unseren beiden Hauptprotagonisten – purer Smoker Stuff!.

    7. Thats my Bitch. Keiner meiner Favoriten. Ich mag die härteren Sachen eher. Aber auch wieder mit viel Liebe produziert, einige versteckte Samples und ein schön flowiger Jay-Z Part.

    8. Welcome to the Jungle. Hier hätten wir dann also „hart“. Ein ab-so-lu-ter Brecher, der Song. Bester Jigga-Part auf dem Album. Diese gebrochenen Beats liegen ihm einfach, ich sage nur 99 Problems. Wie der Typ in seinem verschickten Style abrappt, ist einfach unfassbar! So hätte er mal auf BP III rappen sollen.

    9. Who gonn stop me. Ja gutäää. Diese “Holocaust”-Line von Yeeze ist bißchen gewollt. Aber der Track selber ist doch wohl ne absolute Hymne! Damit werd ich mich vor Basket-Spielen pushen, das weiß ich jetzt schon. Und dann Jigga später auf diesen Rock/Techno-Beat?! Böse. Und wieder – kompett experimentell. Kann sein, dass sie damit auch mal übers Ziel hinausschießen, geschenkt. Aber trotzdem verschickt.

    10. Murder to Exellence. Der Titel trifft es perfekt finde ich. Sind ja auch eigentlich zwei Songs. Wurde tatsächlich auch von unterschiedlichen Leuten co-produziert (Swizz Beats glaub ich auf einem). Wieder kraassseste Samples, dazu ein Rhythmus im Steigerungslauf-Style, booom. Und wie Jay Z auf diesen Chor einsteigt, wenn der Beat aussetzt – das ist Kanye-Arrangement par exellence. Übrigens auch wie sich der Beat dann praktisch in einen Gospel-Song verändert. Besser geht’s nicht. Das müssen hier auch die alten „College-Dropout“-Jünger zugeben!

    11. Made it in America. Mein dritt-Liebster Song. Ich mags manchmal bißchen cheesy, jaa dooch. Aber hier stimmt der Inhalt halt auch. Ohne Malcom, Martin L und Corretta wäre es den beiden Jungs heute nicht möglich, so mit ihren Millionen um sich zu werfen. Und dann wieder Jay Z, ich krieg einfach nicht genug von seinem leichten, verspielten Rap-Stil. Da erinnert er mich an gute, alte Blueprint I-Zeiten.

    12. I love you so. (But why I love you, I never know!!) Das geilste Sample des ganzen Albums. Kanye ist echt der Sample-Gott! Ich sings inzwischen auch auf der Straße laut mit, haha! Kein Song, den man mal einfach mal so reinhaut, das stimmt wohl. Dazu ist Jay Z zu sehr im Killer-Modus. Sowas hat man von ihm noch nie gehört! B..B..Buzzin at me!! Pompöses(vorläufiges) Ende des Albums.

    13. Illes M`fucka allive. Könnte sein, dass das nur auf meiner Deluxe-Version drauf ist. Bei Tommys Stream-Link hab ich es nicht gesehen. Ist so ne Art Hidden-Track, beginnt nach 3 Minuten Stille. Ich mag sowas . Zeugt wieder von Liebe fürs Detail bzw den Hörer. Ist ne klassische Hymne. Und alleine für diese Russel Crowe-Line hörenswert. Fragt mal ALLE Leute, die ich vorgestern im Club damit vollgegrölt hab, haha.

    14. The Joy. Auch nur auf der Bonus-Cd zu finden. Kannte man auch schon, geht mir aber wiederum erst jetzt richtig rein. Hier hätten auch unsere 90`Affiliates ihre Freude, ist n gaanz smooother Pete-Rock-Track, den ich immer mitten rein in das Album packe, um es ein wenig zu entspannen.

    Soviel soweit, es erübrigt sich nach diesem Roman wohl zu sagen, dass ich schwer begeistert bin, haha. „MBDTF“, (das letzte Kanye-Album) war natürlich mit seinem ganzen Konzept und seiner inhaltlichen Tiefe noch stärker. Das war für mich aber auch das beste Hip Hop Album der letzten 5 Jahre.“ Watch the Throne“ ist aber ein gaanz heißer Anwärter auf das Rap-Album des Jahres. Nur Kendrick Lamars „Section 80“ kommt da bis jetzt ran.

    Ich bin raus.

    P.S. :Wenn ich mir dieses Text-Ungetüm von mir hier nochmal durchlese, stelle ich natürlich fest, wiiie obsessiv ich in diesem Album drinstecke, oh gott. Nicht jeder von uns wird sich das Teil so genau anhören wollen/können, wie ich das in meiner sozialen Isolation (diesmal nicht, haha), getan habe. Mein Tipp an alle Beschäftigten: Hört es euch einmal komplett beim Trainieren an! Da passt das Teil gut hin, finde ich. Nur bitte: Zerstückelt es mir auf dem I Pod nicht wieder in einzelne Tracks – ich kenne meine Pappenheimer – so hat der Thron ja gar keine Chance, zu erblitzen!! 😉

    • philippkowsky Says:

      Bei der Textlänge werde ich wohl erst einmal 60 Minuten ins Album investieren, bevor ich mir den Erguss gebe 😉
      Aber nicht falsch verstehen, finde es geil, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ich habe sie gerade nur zum Lesen nicht. Freu mich schon auf morgen…

  3. stiiier Says:

    UNd wenn ihr meint, dass das ein langes Review war, dann schaut mal bei der „Juice“ vorbei. Die hauen seit Erscheinen des ALbums vor 4 Tagen jeden Tag EIN Review zu EINEM Track raus. Hier mal das zu „Niggas in Paris“:

    http://www.juice.de/news/kanye-west-jay-z-review

  4. stiiier Says:

    ..aber um es kurz zu machen: Ich gebe dem Album 7 von 10 Punkten.

    Abzüge gibts für „Lift off“, die manchmnal überambitionierte Produktion, verwirrende Struktur und mangelnde inhaltliche Tiefe.

    Pluspunkte gibts für die unerwartet abwechslungsreiche Beat-Auswahl, für 7 von 12 unbestreitbare Banger und einen Jay Z, der rappt als hätte es BP III nie gegeben.

    Aber trotz aller Liebe, es ist und bleibt nur ein – sehr gutes – Collabbo-Album.

  5. diedickedrei Says:

    Stiiier, ich muss dringend in den Urlaub – Auto steht bereit. Deswegen nur so viel auf die Schnelle: Megakrasse Rezension. Wenn alles scheitert, kannste immer noch für ne Musikzeitschrift arbeiten. Ich werde mir das Album demnächst noch mal in aller Ruhe und mit deinen Ausführungen zur Hand anhören.

  6. morfeld Says:

    Also der Plan war, dich etwas aus der Reserve zu locken. Aber mit einer Einzelkritik aller Songs (die Bonus-Tracks kannte ich noch nicht!) war natürlich nicht zu rechnen. Großes Kino, da kann meinereins nur staunen!!
    Nicht zustimmen kann ich dir lediglich bzgl. Bangern, nach meinem ebenso laienhaften wie Fremd-Rezensions-unverfälschten Verständnis fehlen die.
    Hier nochmal ein Link zum ‚Otis‘ Video, wahrscheinlich max. 2h gültig: http://www.iviewtube.com/v/188454/jay-z-and-kanye-west-otis-%28official-music-video%29

    P.S.: Bei ‚New Day‘ in der Tat ein geiles Sample von Nina Simone’s ‚Feeling Good‘, oder?! Harry hat’s gleich erkannt!

  7. stiiier Says:

    Das Sample des Jahres:

  8. stiiier Says:

    Heute wurde in der Juice der Song „Murder to Exellence“ reviewed. Und wie wir sind sich die Jungs dort einig, dass es der beste Song auf dem ALbum ist. V.a. inhaltlich ist es halt echt der „deepeste“ Track. Und die gehen noch n Stück weiter und zählen den Track zu dem besten, was Hip Hop seit Jahren produziert hat. Meine Rede seit 33. Zumindest bei diesem Track. Aber lest selbst:

    http://www.juice.de/news/kanye-west-jay-z-review-10

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