Music in my ears 2011

Das Jahr geht zu Ende und es ist ne Menge passiert. Was genau, weiß ich gar nicht mehr. Tut aber auch nichts zur Sache. Wichtig ist, dass immer Musik mit dabei war. Deswegen präsentieren wir hier unsere persönliche Hitlisten des Jahres 2011. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Songs/Alben, die in diesem Jahr rausgekommen sind, sondern um Songs oder Alben, die wir 2011 besonders viel oder besonders intensiv gehört haben oder mit denen wir irgendetwas verbinden.
Und los geht das. Der musikalische Jahresrückblick der dicksten aller Dreien (in no special order und bewusst Genre-übergreifend, bin ja kein mono-genriger Hörer):

1. Bester Soul-Sänger des Jahres: Charles Bradley

Mit Abstand mein Mann des Jahres. Was soll ich sagen? Wenn ich mir ein Konzert aussuchen dürfte, wäre es eins von ihm in nem kleinen Club vor 100 Leuten. Dem Typen läuft Soul durch die Adern – mehr als bei anderen rote Blutkörperchen.

2. Bestes Rap-Album des Jahres: The Roots – Undun

Ich weiß, es gab auch das Ding von Jay-Z West. Aber das hier ist einfach durchgehend stark und aus einem Guss. Ich muss mir nur noch mal die Zeit nehmen, die ganze Story von vorne bis hinten durchzuhören. Denn die Jungs haben dabei ja auch einiges zu sagen.

3. Bester Songtext des Jahres: Marteria feat. Casper – Alles verboten.

Der Text ist einfach soooo wahr. Schaut euch das Video im Zweifel noch mal bei tape.tv an, ist schon klar, dass der Song nicht so viel Sinn macht auf ner ZDF-Bühne.

4. Bester Never-heard-of-before-Künstler des Jahres: Allen Stone

Keine Ahnung, woher der Zottel auf einmal hergekommen ist. War auf einmal da und hat gesungen, als ob er das seit 20 Jahren auf höchstem Niveau machen würde. Ungewöhnlich und ungewöhnlich gut.

5. Bester Ohrwurm des Jahres: Yonas – Pumped up Kicks

Nein, nicht der Megasong. Sondern das Pumped up Kicks-Cover von Yonas. Keine Ahnung, ich werde davon jetzt wieder zwei Wochen nen Ohrwurm haben.

6. Beste Live-Performance des Jahres: Trombone Shorty

Was ist da ab Minute 4:00 los??? FFF kann’s erklären, ich kann’s nicht. Neben dem Konzert des Kollegen fff in Frankfurt jedenfalls DAS Live-Erlebnis des Jahres für mich. Hier ein Link zu seinem
Konzert beim Newport Jazz Festival. Ich war natürlich nicht in Newport, aber das Konzert in Frankfurt war mindestens genauso gut. Ich sag’s euch, hört euch das Konzert komplett an! Wenn nicht jetzt, dann später. Hammer.

7. Bester deutscher Rap-Song des Jahres: Samy Deluxe – Poesiealbum

Bis ihr brecht wie Berthold… Auch eigentlich ein heißer Kandidat für bester Songtext. Den Typen kann man mögen oder nicht, aber er ist der beste Rapper Deutschlands, wenn man Stimme, Flow, Raptalent und Texte zusammennimmt. Stiiier, warum waren wir eigentlich damals in Berlin nicht bei dem Privatkonzert??? Ach ja, war mein Fehler. Damn.

8. Bestes Mashup des Jahres: Ghostfunk von Max Tannone

Stellvertretend für dieses sackstarke Mashup-Album der erste Song, „Make it N.Y.“. Muss ich ja wohl nicht mehr zu sagen.

9. Beste Mucke zum hier Dings, miep-miep des Jahres: Gaslamp Killer – Time for us by Joe Pass

War mich auch bis vor ein paar Wochen unbekannt. Aber wie stark ist der Meister bitte?

10. Bestes Genre you’ve never heard of des Jahres: Electro-Swing

Ha! Habe ich ganz schön viel gehört dieses Jahr. Macht gute Laune. Stellvertretend hier Parov Stelar.

Was (mir) auffällt: Ich habe gar nicht so viel Rap gehört. Oder es ist nicht so viel hängengeblieben dieses Jahr. Naja, ist ja latte macchiato, ohne macchiato.
Und natürlich fallen mir gleich noch 7-9 weitere Songs ein, die genauso dringend in diese Liste gehört hätten, z.B. Raphael Saadiq mit Good Man. Aber so what. Freue mich auf eure Kommentare.

4 Antworten to “Music in my ears 2011”

  1. philippkowsky Says:

    Tomislav, coole Mischung, viel Gutes dabei! Habe mal mit meiner Liste begonnen, ist aber noch nicht fertig.

    Eines sei aber schon verraten: nach langem HIn und Her habe ich dann doch gegen diesen Song entschieden:

    Dafür schwanke ich noch bei Mr. Saxobeat…

    • diedickedrei Says:

      philippkowsky, bin gespannt auf deine Liste – und hoffe inständig, dass der Song hier oben nur ein mieser Scherz war!

  2. stiiier Says:

    Na dann wollen wa mal. Nach längerem Hin u her beschränke ich mich auf die Ursprungsfrage nach meinen persönlichen Top 10-Songs von 2011. Alles andere führt zu weit, so nice ich T Bones Mash Up auch fand! Und ja, ich hab dann doch recht viel Rap gehört letztes Jahr, haha. Aber seht/hört selbst:

    Honorable Mention: Zapp – „Doo Wa Ditty“. (1981).

    Neben viel neuer Mukke hab ich mich vergangenes Jahr so intensiv wie nie mit alten Funk-Klängen beschäftigt, die ich mit diesem Brummer ehren möchte. Das Teil lief bei mir den ganzen Sommer rauf und runter – auch unsere Party sollte ursprünglich ja mal ne Funk-(Sizzurp)-Party werden.

    Platz 10: Watch the Throne: „Murder to Exellence“

    Definitiv eines meiner Top-3 Alben des Jahres. Und das ist der (fast) beste Track davon. Alleine diese Gospel-Drums am Ende – ich krieg immer noch Gänsehaut.

    „The sheets getting cold, I silenced the lamb, do you know who I am Clariiiccce?!“

    Platz 9: Tyler The Creator – Yonkers

    Der Schocker-Track des Jahres. Muss immer aufpassen, dass ich in der U Bahn bei dem Track mein Gesicht nicht so mean verziehe, dass die Omis schreiend wegrennen. Horror-Core made in 2011.

    „I am not gay ,I just wanna boogie to some Marvin!!“

    Platz 8: Bon Iver – Holocene

    Als alter Coldplay-Fan ging mir Bon Iver sofort gut rein. Ein genial – melancholisches Album, das mich sicher durch den Herbst gebracht hat. Wobei ich eiglt keinen einzelnen Track rausziehen würde, das Ding muss durchlaufen. Das Video kannte ich gar nicht.

    Platz 7: Cro – Easy.

    Mein Deutschrap-Track des Jahres. Klar, es gab da Samy, den ich mag, aber von dem ich nix gehört hab, Savas’s Aura, das mich gelangweilt hat, und Marteria, der ja wohl sooowas von 2010 ist, T Bone!! So was freshes wie „Easy“ hab ich auf deutsch selten gehört. Kindische Masken u mittelmäßiges MIxtape sind geschenkt, der Junge hat Potential. Hippster Rap hat doch ne Chance auf Deutsch!

    „..kannst du mir nochmal verzeihen, Ina?! – Und sie schreit „Ich heiß Eaaasyy!“.

    Platz 6. Pusha T – Open Your Eyes.

    Vom Rap-MIxtape des Jahres. Ich war nie ein großer Clipse-Fan, aber seit Pusha bei Kanye angeheuert hat, ist er schlicht in ne neue Liga aufgestiegen. Und allein schon dieses Queen-Sample ist die Top 10 wert. Der Track ist auf JEDER Playlist von mir dabei, auch im neuen Jahr.

    „Long distance wireless Kinect like I Wii it / W, double I, spell it so you could see it / Cause it’s way over their heads when I Ray Allen 3 it / I’m Rondo on the Bongos, when giving you my convo
    / We ain’t been home since we was snatched out The Congo“.

    Platz 5. M83 – Midnight City.

    Ich sage nur Kreta, Auto, Fenster runter, die Süße auf dem Beifahrersitz und dazu dieser Track. Danke.

    Platz 4. Lil Wayne – President Carter.

    Auch wenn ich von Carter IV als Album enttäuscht war – dieser Track ist schlicht genial und blieb hängen. Weezy ist einfach sprachlich in anderen Liga. So klar und doch so rotzig, so gangsta, und doch so concious..President Carter halt.

    „Bullshit for lunch – brown bag nigga / Realitys a bitch and I’mma dance with her“.

    Platz 3 . Lykke Li – Get some.

    Ich sage nur Kreta, Auto, Fenster runter, die Süße auf dem Beifahrersitz und dazu dieser Refrain grinsend aus ihrem Mund. Danke. Danke. Daaanke!!

    „Like a shotgun, needs an outcome – I am your prostitute, you gonn get some!“.

    Platz 2. Kendrick Lamar: ADHD

    Mein Album des Jahres. Kenrick Lamar vereint alles, was ich an Rap mag. Es ließen sich hier alle Tracks aufführen, aber zu ADHD gibts erstens dieses nette Video und zweitens die (fast) beste Hook des Jahres:

    „8 doobies to the face, fuck dat/ 12 bottles in the case nigga, fuck dat / 2 pills and a half, wait nigga, fuck dat/ got a high tolerance when your age don’t exist“. Word.

    Platz 1. Watch the Throne -Niggas in Paris.

    Hier hätten wir dann meine Hook des Jahres. Wenn ich an 2011 musikalisch zurück denken werde, dann wird mir dieser Track als Erstes einfallen, like it or not. Watch the Throne?? Bei diesem Track durfte ich ihn erblicken.

    „Prince WIlliam ain‘ t do it right, if you aaaask me/ If i was him I would’ve Marr(y)ied Kate and Ashley“!!

    Auf ein spannendes musikalisches Jahr 2012, y’all!!!

  3. diedickedrei Says:

    Stiiier, guter Mann – mit ner starken Liste. Gefällt mir gut, ich kann einzig mit Pusha T gar nicht leben – auch wenn er einen starken Namen hat. Finde ich irgendwie spackig. Und Tyler the Creator finde ich auch teilweise schwierig. Vielleicht habe ich sogar Angst vor ihm. Wer weiß das schon. Richtig stark hingegen fand ich aber diese Jam-Session zusammen mit BADBADNOTGOOD, die ich auch ziemlich viel gehört habe letztes Jahr.

    Cro: Sackstarker Song, aber vielleicht ein One-Hit-Wonder? Dieses Mixtape war einfach nur Schrott. Ein heißer Tipp für Deutsch-Rap (oder Rock oder Pop so was in die Richtung) soll ja Kraftklub werden. Guckt ihr hier: http://www.myvideo.de/watch/8378149/Kraftklub_Eure_Maedchen
    Immerhin ein starker Refrain: „Wir sind nicht kredibil, wir machen Popmusik. Wir sind nicht wie die andern Jungs, doch eure Mädchen tanzen mit uns.“ Auf jeden Fall nach vorne.

    Bon Iver: Habe den Hype am Rade mitbekommen, mir aber nie wirklich was angehört. Dumm, hätte ich mal machen sollen. Denn das ist ganz starke Musik. Dabei fällt mir diese Combo ein, die ich vor ein paar Tagen entdeckt habe:

    Lil Wayne ist halt dein Rondo. Jeder darf so einen im Team haben.

    Fair auch, dass du mit Lykke Li ne Dame mit in die Liste nimmst. Dann schiebe ich mal einen Song hinterher, den ich auch viel gehört habe letztes Jahr, auch wenn er schon ein paar Jahre alt ist.

    Einen habe ich noch:


    Das ganze, hammer Mashup-Album (und noch weitere) von dem Typen namens KMT gibt’s auf seiner Bandcamp-Seite.

    Ach komm, einen letzten hab ich noch: J-Live mit „Pronounced Spitta“

    Und für chillige Stunden mit der Holden in 2012 empfehle ich Mojo Green mit „Be my Girl“

    Und schüss…

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